Die Niederlausitz und ihre sächsisch-preußische Postgeschichte

Eine Studie über die Anfänge postalischer Tätigkeit in der
historischen Niederlausitz bis zur Gründung der Reichspost 1871

Einführung - Was Sie erwarten können

Auch wenn die Postgeschichtsforschung immer nur eine Randposition in der Geschichtsforschung einnehmen wird, ist sie doch meist ein sinnvoller Beitrag zu vielen anderen Geschichtsdisziplinen. Schließlich prägen Transport-, Beförderungs- und Nachrichtenprozesse von jeher nachhaltig die Menschheitsgeschichte und so wird die Postgeschichte immer ein Teil der Rechts-, Verwaltungs-, Kultur-, Sozial und Wirtschaftsgeschichte und nicht zuletzt der Geschichte eines Landes ganz allgemein sein.

500 Jahre deutscher Postentwicklung wurden zweifelsohne durch die sächsische und preußische Post entscheidend mitgeprägt, und beide Staaten nahmen dauerhaft im Verlaufe ihrer wechselhaften Geschichte auch auf die historische Niederlausitz Einfluss.

Im ehemaligen Markgraftum Niederlausitz bestimmte nahezu 200 Jahre das Kurfürstentum Sachsen auch die postalische Entwicklung, und auf die Region Niederlausitz in der Provinz Brandenburg haben weitere 55 Jahre preußischen Postwesens bis 1871 weitgehende Auswirkungen gehabt, abgesehen von dem nahezu durchgängigen brandenburgisch-preußischen Einfluss auf die Enklave Cottbus-Peitz.

Die vorliegende „Studie zur sächsisch-preußischen Postgeschichte der Niederlausitz bis 1871“ basiert ursächlich auf eine vom Autor in fast fünfzig Jahren zusammengetragene Sammlung postalischer Belege aus der Niederlausitz des 16. bis 19.Jahrhunderts, ergänzt durch freundlicherweise bereitgestellte Forschungsergebnisse und Dokumentationen gleichgesinnter Sammlerfreunde.

Der gegenwärtige Erkenntnisstand zur regionalen Postgeschichte der historischen Niederlausitz bis 1871 aber wird hauptsächlich durch die systematische Auswertung ausgewählter Literaturbeiträge zur Post-, Verkehrs-, Landes- und Ortsgeschichte der Niederlausitz sowie durch die Ergebnisse jahrzehntelanger umfangreicher Archivstudien begründet.

Es wird ein nüchternes postgeschichtliches Gesamtbild für die Niederlausitz bis 1871 entworfen, das konsequent in „sächsische“ und „brandenburgisch-preußische“ Entwicklungsabschnitte unterteilt, die allgemeine landestypische postalische Entwicklung umreißt.

Dann aber wird der postgeschichtliche Erkenntnisstand für alle Orte der Niederlausitz, die unter „sächsischer“ und unter “preußischer“ Posthoheit (einschließlich „Norddeutscher Postbezirk“) bis 1871 eine Postdienststelle erhielten, in einem spezifischen Stations-, Postkurs- und Stempelkatalog dargestellt. Den territorialen Rahmen bildet i.d.R. die neue politische Kreiseinteilung des Jahres 1816.

Die Studie soll dem heimatgeschichtlich interessierten Leser und auch dem klassischen Philatelisten als Nachschlagewerk bei der Aufarbeitung der örtlichen Geschichte dienen. Dabei erheben naturgemäß die postgeschichtlichen Informationen zu den Postorten durchaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einerseits bleiben viele Informationsquellen den originalen Quellennachweis schuldig bzw. es sind oftmals so genannte „Sekundärquellen“, die Anlass für weitere Recherchen geben. So werden alle Gliederungsabschnitte immer auch ständigen Ergänzungsaktivitäten unterliegen, weshalb jeweils auf den Vermerk „Bearbeitungsstand“ zu achten ist!

Der Autor wünscht allen Lesern und Interessenten viel Unterhaltung beim Lesen und Verarbeiten der Studie, und ist übrigens stets an ergänzenden Hinweisen sehr interessiert.

 

 

     Hans Kober                       

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